Erhitzte Gemüter im Spitzenspiel

Bezirksliga Lüneburg 4 • Spitzenspiel im Stadtwerke Stadion

VfL Güldenstern Stade – ASC Cranz-Estebrügge 1:2

Eine von vielen Szenen in einer hitzigen Partie : Stades Verteidiger Matthias Bassen geigt ASC-Spieler Lars Tolksdorf die Meinung. Fabio Magdanz versucht zu schlichten, der Schiri guckt zu. Fotos: Struwe

STADE. Der Fußball-Bezirksligist ASC Cranz-Estebrügge hat am Freitag beim VfL Güldenstern Stade vor 200 Zuschauer 2:1 gewonnen. Dank zwei Toren von Marcel Meyer in Hälfte eins. Und mit viel Einsatz und Kampf an der Grenze des Erlaubten in Hälfte zwei.

Wie umkämpft das Spitzenspiel der Bezirksliga war, wie überhitzt die Gemüter waren, wie sich die Stimmung auf und neben den Platz hochgeschaukelt hatte – das offenbarte sich in der Schlussphase, als ASC-Spieler Leo Nommensen nach einem Pressschlag verletzt auf dem Rasen liegen blieb. Die Estebrügger forderten eine Spielunterbrechung, die Stader missachteten dies konsequent und spielten munter weiter auf den Ausgleich. Nommensen musste verletzt ausgewechselt werden. Kurz zuvor war ASC-Verteidiger Kai-Arne Ehlers mit Gelb-Rot vom Platz geflogen, weil er einen Freistoß provokant verzögerte. In der anschließenden Rudelbildung ließ sich VfL-Spieler Metin Gök zu einem Schubser provozieren und sah die Rote Karte. Der Schiedsrichter war zu diesem Zeitpunkt schon lange überfordert. Während des Spiels hatte er viele kleine Fouls übersehen und es an der nötigen Konsequenz vermissen lassen.

Einer von vielen intensiven Zweikämpfen: Der zweifache Torschütze Marcel Meyer (rechts) gegen Sascha Willen.

In der ersten Halbzeit boten sich die beiden Top-Mannschaften ein Spiel auf gutem Bezirksliganiveau. Der Ball lief, Chancen auf beiden Seiten sorgten für Spannung und Unterhaltung. Der ASC ging nach einer starken Kombination über Nommensen, Hendrik Stahmer, den in den freien Raum dribbelnden John Schliecker, Passgeber Eray Candan und Torschütze Marcel Meyer in Führung. VfL-Stürmer Pascal Voigt und VfL-Verteidiger Matthias Bassen hatten umgehend den Ausgleich auf dem Fuß beziehungsweise Kopf. ASC-Torhüter Ulf Bartels hielt dann noch einen abgefälschten Ball per Superreflex. Der ASC erspielte sich ebenso Chancen. Und kurz vor der Pause ging es schnell: Diagonalflanke von Sören Hüttmann auf den Sprinter Meyer, der zog von Außen auf die Strafraumgrenze und vollendete per sattem Schuss zur 2:0-Pausenführung.

Gleich nach dem Wiederanpfiff gelang Voigt der 1:2-Anschlusstreffer. Von da an wurde es hitzig, hitziger, brodelnd. Der ASC kämpfte, biss und kratzte mit nickeligen Fouls. Die Stader ließen sich provozieren und verloren trotz spielerischer Überlegenheit die nötige Übersicht.

„Wir haben zwei sehr geile Tore erzielt“, freute sich ASC-Trainer Thomas Brokelmann. In der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft geschlossen Gas gegeben und somit nicht unbedingt unverdient gewonnen. „Auch wenn Stade die viel bessere Spielanlage hatte“, so Brokelmann.

Tore: 0:1 (20.) M. Meyer, 0:2 (43.) M. Meyer, 1:2 (46.) Voigt. Gelb-Rot: Ehlers (78., ASC, Spielverzögerung). Rot: Gök (78., VfL, Tätlichkeit).

Quelle/Autor: Stader Tageblatt/Jan Bröhan

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