Aufsteiger mit hohem Anspruch


STADE. Die erste Frauenmannschaft des VfL Güldenstern Stade gehört in der Fußball-Bezirksliga zu den jüngsten Teams. Im vergangenen Jahr schafften sie nach dem Gang aus dem Jugendbereich auf Anhieb den Aufstieg in der Kreisliga. Die Ambitionen sind groß.

Von Tim-Julius Berchtold

Foto: Jörg Struwe @ picselweb.de

Der Saisonstart war aber etwas verkorkst. Nun traf Stade auf den Mitaufsteiger TSV Düring – und feierte gegen den Tabellennachbarn einen 6:1-Kantersieg. So soll es sein.

Bei milden frühherbstlichen Temperaturen bauen die Fußballerinnen des VfL Güldenstern Stade im Duell der Aufsteiger früh spielerischen Druck auf. Die Gegnerinnen aus Düring können sich zunächst kaum aus der eigenen Hälfte befreien und folgerichtig fällt in der fünften Minute das 1:0. Inga Frenz trifft nach einem unglücklichen Klärungsversuch einer gegnerischen Abwehrspielerin sehenswert per Distanzschuss aus etwa 25 Metern.

Bereits in der 13. Minute folgt das 2:0 durch die Toptorjägerin der vergangenen Saison, Leonie Vollmers. Der vorangegangene Umbruch beim VfL brachte die 17-jährige Angreiferin als eines der vielen neuen Gesichter des Stader Frauenfußballs hervor. Bereits acht Jahre lang spielte sie in den Jugendmannschaften des VfL Stade. Im vergangenen Sommer wagte ihr Team, das damals noch in der B-Jugend spielte, den Sprung zur ersten Frauenmannschaft. „Seitdem ich das Fußballspielen angefangen habe, hat unsere Mannschaft genau in dieser Konstellation immer zusammengespielt. Die Abläufe haben sich inzwischen automatisiert“, sagt Vollmers.In der 25. Minute wird das deutlich. Nach einer gut herausgespielten Kombination, die die gegnerische Abseitsfalle mit Leichtigkeit ausspielt, trifft Vollmers freistehend zum zweiten Mal. Sofort eilt sie zu Rani Wermes, die das Tor mit einer starken Hereingabe von rechts vorbereitet hatte, um sich zu bedanken.

Ein wichtiger Teil des Stader Erfolgs ist die mannschaftliche Geschlossenheit. Da sich die Spielerinnen so lange kennen und schon immer auf hohem Niveau zusammengespielt haben, fiel der Übergang vom Jugend- in den Frauenbereich auch vergleichsweise einfach. In der vorangegangenen Saison marschierte die Mannschaft von Trainer Joachim Höft mit 18 Siegen aus 18 Spielen durch die Kreisliga Stade/Harburg.

In der Bezirksliga mussten die Staderinnen hingegen schon mehrere Rückschläge wegstecken. Nach zunächst zwei Siegen zu Saisonbeginn folgten drei Niederlagen nacheinander. „Uns fehlt noch einiges an Erfahrung und Cleverness, um jedes Spiel gewinnen zu können. Die drei Spiele hätten wir auf keinen Fall verlieren müssen“, sagt Höft.Gegen den Mitaufsteiger aus Düring scheint das Spiel bereits in der 35. Minute entschieden zu sein. Nach einem weiteren Spielzug über die rechte Außenbahn ist es erneut Leonie Vollmers, die den Ball nur noch an der Torhüterin vorbei schieben muss und das vorentscheidene 4:0 erzielt.

Nach 36 Treffern in der Vorsaison steht sie nun nach fünf Spielen in der Bezirksliga auch schon wieder bei fünf erzielten Toren. Für die Schülerin aus Stade stehe allerdings immer die Mannschaftsleistung im Vordergrund. „Wenn wir unsere Spiele gewinnen, ist es mir egal, wer die Tore erzielt“, sagt Vollmers ganz professionell.Die zweite Halbzeit der Partie gegen Düring beginnt im Vergleich zum ersten Spielabschnitt beinahe ermüdend. Viele Ballverluste und Fehler im Spielaufbau auf beiden Seiten verhindern gefährliche Torabschlüsse. Auch die Stader Konsequenz, gegnerische Fehler auszunutzen, nimmt, vermutlich dem Spielstand geschuldet, deutlich ab.

Erst der Anschlusstreffer des Gegners aus Düring scheint die Staderinnen wieder zurück ins Spiel zu bringen. Innerhalb zweier Minuten nach dem 4:1 erzielt der VfL in Person von Rani Wermes und Laura Abbenseth noch sein fünftes und sechstes Tor.Trotz des deutlichen Sieges sind die Verantwortlichen und Spielerinnen der ersten Frauenmannschaft nicht mit dem Saisonstart zufrieden. Mit drei Siegen aus sechs Spielen befinden sich die Staderinnen auf dem fünften Tabellenplatz der Bezirksliga Lüneburg West. Ihrem Anspruch, in der Tabelle ganz oben mitzuspielen, sind sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht vollständig gerecht geworden.

Quelle: Stader Tageblatt/FuPa • Autor: Tim-Julius Berchtold

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