Stade am Tiefpunkt


1. Kreisklasse: Die alten Hasen Christian Hink und Özdemir Avci überzeugen

Viel Brisanz im Spiel war angesagt in Schwinge, denn im Kader des SC stehen sieben Spieler, die in der letzten Saison noch für den VfL Güldenstern Stade III aufliefen.

Schwinger SC – VfL Güldenstern Stade III  8:1 (3:0).

Im Großen und Ganzen bemerkte man das während der gesamten Partie allerdings kaum. Die Kartenflut gegen Ende war mehr Frust bei den Gästen. Es war die achte Niederlage im achten Spiel der Saison. Die Lage des VfL Güldenstern Stade III wird durch ein im zweiten Durchgang katastrophales 1:8 beim Schwinger SC immer bedrohlicher. „Im ersten Durchgang waren wir schlecht, im zweiten Abschnitt wären wir besser in der Kabine geblieben“, sagte VfL-Coach Uwe Duchow direkt nach dem Abpfiff. Sein Trainerkollege Patrick Matthes legte noch einen drauf: „Der Tiefpunkt ist erreicht.“ Fußball wurde auch gespielt, aber eigentlich fast nur vom Schwinger SC.

Stades Torwart Matti Köhnen musste achtmal hinter sich greifen. Foto: Struwe

Bereits nach 60 Sekunden rettete der bedauernswerte Matti Köhnen im Stader Kasten mit einem Reflex vor Sören Hink. Bei sieben von acht Gegentreffern war Köhnen machtlos, lediglich beim 1:0 sah er nicht gut aus. Vielleicht wäre die Partie ein wenig anders gelaufen, wenn Farhan Manzoor in der 6. Minute allein vor Danilo Wuttke geschossen und getroffen hätte. Er wollte querlegen; da war nur niemand außer Schwinges Sven Letsch. Dann ging es Schlag auf Schlag. Drei individuelle Fehler in der Stader Hintermannschaft, und es stand zur Pause 3:0. Alle drei Treffer waren vermeidbar, weil sie in der Entstehung von Stader Fehlern übersät waren. Schwinges Fußball ist nicht mehr mit dem aus der letzten Saison zu vergleichen. Es werden gelegentlich Doppelpässe gespielt, abgelegt, und die Offensivkräfte Marcel Großer und Christian Hink sind kaum zu halten. Auch Sören Hink zeigte im Mittelfeld eine gute Leistung, versagte allerdings einige Male aussichtsreich vor dem Tor. Überragend der 38-jährige Özdemir Avci. Seine Pässe sind noch immer eine Augenweide. „Es kommen auch wieder andere Zeiten“, versucht der Macher im Hintergrund, Volker Schultz, die Bälle flach zu halten. Durchgang zwei ist schnell beschrieben. Der VfL hatte auch den letzten Willen in der Kabine gelassen, und Schwinge spielte sich etwas in einen Rausch. Die Chancenverwertung an diesem Tag war gut, viel vergeben wurde nicht. Dem immerhin schon 37-jährigen Christian Hink gelang ein Hattrick, und Stades Farhan Manzoor schaffte es, sich innerhalb von einer Minute zwei Gelbe Karten vom guten Schiedsrichter Frank Sandmann-Litfin abzuholen. Vielleicht hat der junge Mann ja am kommenden Wochenende ohnehin etwas anderes vorgehabt, als Fußball zu spielen.

Ganz stark: Der 38-jährige Özdemir „Opa“ Avci, der viele Jahre beim VfL spielte und jetzt in Schwinge das Spiel ordnet.

Immerhin gelang Robert Kannappel kurz vor dem Ende noch der Ehrentreffer, als er plötzlich völlig frei vor Danilo Wuttke auftauchte. Große Freude nach dem Schlusspfiff bei Schwinges Trainer Olaf Madsen: „Die Jungs setzten das um, was ich wollte. Sie gingen früh drauf, legten Bälle ab, sogar Marcel Großer, der sonst auch gerne mal alleine geht. Und vor dem Tor waren wir heute eiskalt.“ Fünfter Dreier in Folge: Der Schwinger SC sitzt in der Spitzengruppe fest.

Holland in Not mal wieder im Stader Strafraum. Martin Christann klärt hier vor Sören Hink. Foto: Struwe

Schiedsrichter: Frank Sandmann-Litfin (Deinster SV) – Zuschauer: 50
Tore: 1:0 Marcel Großer (13.), 2:0 Marcel Großer (16.), 3:0 Christian Hink (42.), 4:0 Christian Hink (61. Foulelfmeter), 5:0 Christian Hink (65.), 6:0 Christian Hink (70.), 7:0 Niko Hause (80.), 8:0 Niko Hause (82.), 8:1 Robert Kannappel (88.)
Platzverweise: Gelb-Rot gegen Farhan Manzoor (86./VfL Güldenstern Stade III/Foul)

Quelle/Autor: FuPa/Michael Brunsch

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