Talente kicken um Intersport-Mohr-Cup

Zum 12. Mal findet am Sonntag der Intersport-Mohr-Hallencup statt. Ab 11 Uhr rollt der Ball beim U 19-Jugendturnier in der Harsefelder Sporthalle. Neben drei Teams aus dem Kreis gehören die Bundesligisten FC St. Pauli und Holstein Kiel zum Teilnehmerfeld.

Im vergangenen Jahr besiegte die B-Jugend von Holstein Kiel im Finale die B-Jugend des Titelverteidigers FC St. Pauli mit 4:2. Auch in diesem Jahr werden die beiden Jugend-Bundesligisten als Favoriten auf den Turniersieg gehandelt. Dem Eimsbütteler TV wird in diesem Jahr ebenfalls der Gewinn des Cups zugetraut. Immerhin stieg die Mannschaft vor zwei Jahren in der aktuellen Zusammensetzung in die B-Jugend-Bundesliga auf.

2018 wurde Torwart Tobias Dreyer mit Stade Letzter beim Intersport-Mohr-Hallencup. Seit Sommer gehört er zum erweiterten Kader des Regionalligisten SV D/A. Foto: Struwe (Archiv)

Aus dem NFV-Kreis Stade nehmen am Wochenende drei Mannschaften teil. Neben B-Jugend-Regionalligist JFV A/O/Heeslingen und Gastgeber VfL Güldenstern Stade nimmt erstmals die A-Jugend der JSG Apensen/Harsefeld am Turnier teil. Die JSG fungiert zudem als Co-Gastgeber. „Unser Turnier findet in diesem Jahr in Harsefeld statt, da in Stade aktuell keine geeignete Sporthalle zur Verfügung steht“, erläutert VfL-Jugendleiter Stefan Leschinski.

Unterstützung stand direkt fest

Als der VfL die Halle beim Jugendobmann des TuS Harsefeld Karsten Janßen anfragte, stand für ihn die Unterstützung direkt fest. „Nachdem Wilfried von Holt mir die Hallenprobleme in Stade geschildert hat, haben wir uns spontan dazu bereit erklärt, für die Durchführung des Turniers unsere Sporthalle zur Verfügung zu stellen“, sagt Janßen.

Während die JSG in der Gruppe A der klare Außenseiter ist, schielt die B-Jugend-Regionalliga-Mannschaft des JFV A/O/ Heeslingen auf einen Platz im Halbfinale. Im Vorjahr scheiterte das Team, das bisher in jedem Jahr zum Teilnehmerfeld gehörte, nur aufgrund der Tordifferenz am Nachwuchs des FC St. Pauli. Ein besseres Abschneiden im Vorjahr strebt auch Hauptveranstalter Güldenstern Stade an. Mit zwei Mannschaften spielte der VfL 2018 mit. Beide belegten in ihrer Vorrundengruppe den letzten Platz und trafen im Penaltyschießen um Platz neun aufeinander.

Ebenfalls wieder weiter vorne möchte Rekordsieger Concordia Hamburg landen. Viermal konnte der Oberligist das Turnier bisher für sich entscheiden. Zudem erreichten die Hansestädter zweimal das Finale. Im Vorjahr reichte es nach Platz vier in der Gruppe nur zu Rang sieben.

Die weiteste Anreise nach Harsefeld hat der FC Mecklenburg Schwerin. Der Verbandsligist, vergleichbar mit der Niedersachsenliga, aus Mecklenburg-Vorpommern muss 172 Kilometer zum Spielort zurücklegen.

Teilnehmerfeld

Gruppe A:

  • JSG Apensen/Harsefeld (Landesliga)
  • FC St. Pauli (Bundesliga)
  • Mecklenburg Schwerin (Verbandsliga)
  • Eimsbütteler TV (Regionalliga)
  • JFV A/O/Heeslingen (Regionalliga)

Gruppe B:

  • Holstein Kiel (Bundesliga)
  • JFV Bremerhaven (Verbandsliga)
  • Victoria Hamburg (Regionalliga)
  • VfL Güldenstern Stade (Landesliga)
  • Concordia Hamburg (Oberliga)

Die Gruppenspiele beginnen um 11 Uhr. Die beiden Erstplatzierten qualifizieren sich für das Halbfinale ab 15.45 Uhr.

Der Organisator ist mit Herzblut dabei

STADE. Der 78-jährige Wilfried von Holt aus Stade stellt als Hauptorganisator das elfte Mal den Intersport-Mohr-Cup auf die Beine. Nur einmal zeichnete von Holt nicht verantwortlich für das von ihm einst ins Leben gerufene Fußballturnier. Dabei wäre die nun zwölfte Auflage fast ins Wasser gefallen, weil es in der Stadt Stade keine geeignete Sporthalle gibt. Die Halle an der Camper Höhe ist für jeglichen Publikumsverkehr gesperrt. „Wenn ich die Halle in Harsefeld nicht bekommen hätte, wäre das Turnier gestorben“, sagt Wilfried von Holt.

Im März beginnt der Organisator mit der Turniervorbereitung. Das Zeitfenster für das Turnier selbst ist klein. Die hochklassigen Jugendmannschaften beginnen Mitte Januar mit der Vorbereitung auf die Rückrunde. Und einmal draußen auf dem Rasen, spielen sie keinen Hallenfußball mehr. Im April erfuhr von Holt von der Sperrung der Halle auf der Camper Höhe. Zu diesem Zeitpunkt hatte er allerdings von den meisten Vereinen längst die Zusage.

Von Holt gilt als Organisator der alten Schule. Der 78-Jährige ruft die Trainer persönlich an, redet über den Saisonverlauf und über Persönliches. Zu Weihnachten erhalten die Trainer eine Postkarte. Die Trainer schätzen das. „Dieses Turnier ist mein Baby“, sagt von Holt. Bei der ersten Auflage hatte er längst nicht im Hinterkopf, aus dem Turnier eines der am besten besetzten in der gesamten Region zu machen. Aber mit dem potenten Sponsor im Rücken stieg die sportliche Qualität von Jahr zu Jahr.

Nun zieht das Turnier erstmals nach Harsefeld um. Weil von Holt so nahe dran ist an den Verantwortlichen der teilnehmenden Vereine, kommen sie am Sonntag trotzdem in den Landkreis Stade. In den nächsten drei bis vier Jahren wird es in Stade keine geeignete Halle geben, in der die Veranstalter die Rundum-Banden aufstellen und so für schnellen Fußball sorgen können. Die Teilnehmer fordern das. Ein Spiel mit Seitenaus käme für die meisten nicht in Frage. „Die Harsefelder waren sofort kooperativ“, sagt von Holt. Am Vortag des Jugendturniers geht in der Sporthalle an der Jahnstraße der Edeka-Meibohm-Cup des TuS Harsefeld für Erwachsene über die Bühne. So muss die Halle nicht einmal umgebaut werden. Von Holt, seine Helfer und der TuS Harsefeld haben den Intersport-Mohr-Cup am Leben gehalten.

Von Holt sprüht vor Elan. Der in Bützflethermoor aufgewachsene Mann spielte in der C- und in der B-Jugend zunächst für Bützfleth und wechselte dann in die A-Jugend des VfL Stade. Beim VfL kickte von Holt auch für die Männer, bevor er sich den VTV Assel anschloss und mit dem Aufstieg in die Bezirksliga seinen größten Erfolg feierte. Er erlebte die Fusion der VTV und des TVG Drochtersen zur SV D/A als Spieler und Trainer. Mit 37 Jahren beendete von Holt schließlich seine aktive Karriere beim VfL Stade. Erst vor sechs Jahren hat er sich als Trainer zurückgezogen.

Quelle/Autor: Stader Tageblatt/Lukas Reineke

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