Meckelfeld zieht U19 aus Niedersachsenliga zurück

2. April 2017 Von Redaktion Fussballabteilung

29.03.17

Abmeldung erzürnt andere Vereine – A/O/Heeslingen plötzlich nur vier Punkte vor den Abstiegsrängen

Meckelfeld Auf einmal war die Tabelle der A-Junioren-Niedersachsenliga eine ganz andere. Der Grund: Die U19 des TV Meckelfeld wurde überraschend aus dem Spielbetrieb zurückgezogen. Es war eine Nachricht, die für große Verwunderung und auch Ärger in der Liga sorgte.

„Wir haben am Freitag vor dem Training davon erfahren“, erzählt Malte Bösch, Trainer der U19 des JFV A/O/Heeslingen. „Wir waren verwundert, dass die Tabelle plötzlich ein ganz anderes Bild abgab, wir auf einmal sechs Punkte weniger hatten und vom fünften auf den achten Platz zurück gefallen waren.“

Der Rückzug kam unerwartet. Der abstiegsgefährdete Tabellenvorletzte aus dem Kreis Harburg hatte am Vorwochenende noch gegen den abgeschlagenen Tabellenletzten Heeßeler TV gespielt, dort aber nur ein 1:1-Remis erreicht – ein herber Rückschlag im Abstiegskampf. Der Rückzug folgte wenige Tage später.

„Ich finde es nicht gut. So etwas weißt du normalerweise schon vor der Saison oder spätestens in der Winterpause. Wir spielen schließlich Niedersachsenliga“, so der U19-Coach von Güldenstern Stade, Jörn Augustin.Malte Bösch zeigte sich verärgert: „Auf solch eine Spielklasse muss ich entsprechend vorbereitet sein, den Kader dafür planen.“ Das hatte Meckelfeld offenbar nicht. „Sie haben als Grund für den Rückzug Spielermangel angegeben“, so Staffelleiter Heinz Walter Lange. Meckelfelds Jugendobmann Walter Plambeck erklärt es genauer: „Ich hätte auch lieber die Saison zu Ende gespielt, aber die Situation ist leider so. Wir hatten nur einen kleinen Kader. In der Winterpause haben uns dann auch noch zwei, drei Spieler verlassen. Es gab keinen Stress, aber in dem Alter ist es auch nicht immer einfach mit den Jungs.“

Der bisherige Trainer des Teams, Michel Welke, widerspricht ihm: „Das ist die Version des Vereins. Fakt ist: Vor der Saison wurden fünf U19-Spieler in die erste Herren hochgezogen und die Absprache war, mindestens einer sollte immer bei uns spielen und bei Bedarf sollten auch mehrere Spieler aushelfen. Der Verein hat sich nicht an die Absprache gehalten und nach der Winterpause haben wir nach Verletzungen und Krankheiten kaum elf Spieler zusammen bekommen. Die abgesprochene Unterstützung fand nicht statt und dann haben auch die Jungs für sich erkannt: So sind wir einfach nicht mehr wettbewerbsfähig.“

Was kommt aber nun auf Meckelfeld zu? „Sie werden die üblichen Verwaltungsgebühren bezahlen müssen“, so NFV-Mitarbeiter Helge Kristeleit. Staffelleiter Heinz Walter Lange präzisiert: „Neben den üblichen Verwaltungs- beziehungsweise Strafgebühren muss Meckelfeld in der nächsten Saison, falls der Verein wieder eine Mannschaft melden sollte, ganz unten anfangen.“

Aktuell müssen aber die verbleibenden 13 Mannschaften aus der Liga mit dieser Situation zurechtkommen. „Die Tabelle ist dadurch natürlich durcheinander gebracht worden“, so Augustin. „Uns betrifft das ja nicht so, weil wir erst ein Spiel gegen Meckelfeld bestritten hatten, aber wenn ich zum Beispiel A/O/Heeslingen nehme, die haben nun auf einem Schlag sechs Punkte verloren.“

Dieses Argument lässt Welke nicht gelten: „Letztlich kann ich die Argumentation von beispielsweise Malte Bösch nicht nachvollziehen, denn wenn er sich darüber beschwert, dass zum Beispiel nun ein Team, das wir geschlagen haben, von unserem Rückzug profitiert dann kann ich nur sagen: Letztlich ist jeder selbst für seinen Erfolg verantwortlich.“

A/O/Heeslingen gewann sogar zweimal sehr deutlich gegen Meckelfeld (6:1, 6:2). „Diese Punkte und Tore fehlen uns natürlich. Auf einmal hast du nicht mehr zehn, sondern nur noch vier Punkte Vorsprung vor der Abstiegsregion. Das ist natürlich ein Nackenschlag. Dieser Rückzug ist aber nicht nur für uns ärgerlich, sondern für die ganze Liga“, so Bösch. (am)
Dieser Artikel stammt von der Zevener Zeitung