Der Stadtclub will wieder Fahrt aufnehmen

Die Jugendfußball-Abteilung des VfL Güldenstern Stade ist auf einem guten Weg. Wenige Tage vor dem Saisonstart in den Jugendligen positioniert sich der Verein, verrät seine Ziele und spricht über seine Philosophie.

Fünf Sponsoren aus der Region statten die 43 Mannschaften des VfL Güldenstern Stade einheitlich aus. Der Verein will damit die Identität erhöhen. Foto: Jörg Struwe

„Der Trend ist gut“, sagt Abteilungsleiter Torben Milbredt im Rahmen eines Sponsorentreffens auf der Sportanlage in Stade-Ottenbeck. Gut drei Dutzend Jugendmannschaften gehen für den VfL Güldenstern Stade in dieser Saison ins Rennen. Der Verein unterscheidet dabei zwischen reinen Breitensport-Teams und den Leistungsmannschaften, die in ihren jeweiligen Ligen eine gute Rolle spielen möchten. Zehn dieser Leistungsmannschaften bringt der VfL Güldenstern Stade in diesem Jahr an den Start. Als Flaggschiff gilt die U 17 in der Niedersachsenliga, nach der Jugend-Bundesliga und der Regionalliga die dritthöchste deutsche Spielklasse. „Mittelfristig haben wir das Ziel, neben der U 17 auch die U 19 in der Niedersachsenliga zu etablieren“, sagt Abteilungsleiter Torben Milbredt. Auch, um den Kindern und Jugendlichen eine sportliche Perspektive zu bieten. Die Ligen werden bei Klassenerhalt quasi an die nächsten Jahrgänge vererbt. Jugendliche, die aus der U 17 altersbedingt ausscheiden, sollen qualitativ in der Folgesaison nicht in ein Loch fallen. Zudem fällt der Sprung in den Erwachsenbereich umso leichter, je höher der Nachwuchs vorher spielte.

Vor dem Saisonstart hat der Verein einige seiner insgesamt 43 Teams zur traditionellen Trikotpräsentation im Stadtwerke-Stadion zusammengetrommelt. Der VfL verlängerte die Sponsorenverträge mit Intersport Mohr, dem Sportsponsorenpool Stade 21, den Stadtwerken, der Volksbank Stade-Cuxhaven und Intersport Rolff um drei Jahre bis zum 30. Juni 2022. Die Geldgeber unterstützen den Verein insgesamt mit mehr als 35 000 Euro. 43 Mannschaften erhalten 750 einheitliche Trikots, Hosen und Stutzen. „Durch den einheitlichen Auftritt fühlt sich jeder Fußballer mitgenommen und die Vereinsidentität wird erhöht“, sagt Milbredt. Der Club versucht, so viele junge Talente wie möglich an den Verein zu binden, um sie in den Herrenmannschaften zu integrieren, wenn sie das entsprechende Alter erreichen. „Zwei Herrenteams sind zu wenig“, sagt Milbredt. Drei Jahre nach der Fusion des VfL Stade mit der TuS Güldenstern Stade und dem Jugendförderverein (JFV) stellt der Großverein lediglich eine Mannschaft in der Landesliga und der Kreisliga. Während der VfL bei den Kindern und Jugendlichen auf konstante Mitgliederzahlen schauen kann, erlebt der Verein bei den Senioren einen Abschwung. Es sei zwingend erforderlich, schnell wieder eine dritte Mannschaft auf die Beine zu stellen. Wichtige Ligaspieler haben den VfL Güldenstern verlassen, weil sie bessere Perspektiven sehen. „Das Schlimme daran ist, dass sie auch noch zu unseren Klassenkonkurrenten gegangen sind“, sagte Milbredt Anfang August. Eigentlich sollte die Fusion den Stader Fußball stärken. Beide Vereine brachten mit der Fusion jeweils drei Herrenmannschaften in den Großverein ein. Daraus wollte der VfL fünf neue Mannschaften formen.

Geld und Autos für neue Spieler

Die Landschaft habe sich verändert, beklagt sich der stellvertretende Fußball-Abteilungsleiter und Vizepräsident Thomas Trabandt. Mittlerweile böten andere Vereine aus dem Kreis in überschaubaren Ligen Autos und Geld für neue Spieler. „Da können wir nur zum Teil mitgehen“, sagt Trabandt.

Der Wiederaufbau der Jugendabteilung gehe langsam voran, sagt Milbredt. Stefan Leschinski kümmert sich als Obmann um den Leistungsfußball, Ingo Jagemann um die Breitensportler. Der Verein müsse in den nächsten vier bis fünf Jahren kräftig in den Nachwuchs investieren. Allein 20 000 Euro jährlich nehme der VfL für einen Fahrdienst für die Kinder und Jugendlichen in die Hand, um sie aus den Ortschaften zwischen Buxtehude und Bremervörde täglich zum Training nach Stade zu fahren. 70 Trainer, Co-Trainer und Betreuer kümmern sich um die verschiedenen Teams. „Wir investieren in die Qualität der Trainer“, sagt Milbredt. Der ehemalige Oberligaspieler Walerij Hettich (32) hat als Cheftrainer in diesem Jahr die U 17-Mannschaft in der Niedersachsenliga übernommen. Er solle frischen Wind in den Verein bringen, sagt Milbredt.

Angesichts des personellen Notstands bei den Seniorenmannschaften sei es vermessen zu sagen, der VfL Güldenstern Stade wolle in ein bis zwei Jahren die Landesliga mit der ersten Mannschaft in höhere Gefilde verlassen, betont Milbredt. Nach dem Klassenerhalt in der vergangenen Saison habe zunächst das Etablieren Priorität. Mittelfristig sei es aber durchaus das Ziel, höherklassig zu spielen. Für ambitionierte Jugendspieler sei die Landesliga bereits jetzt ein sportliches Argument, dem Verein die Treue zu halten, und Perspektive zugleich, sagt Thomas Trabandt. Bis auf die SV Drochtersen/Assel mit ihrer Regionalligamannschaft habe zudem kein anderer Kreisverein bessere Argumente für nachrückende Talente.

Quelle/Autor: Stader Tageblatt/Daniel Berlin

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