Artin Shamolli ist ein „Glücksfall“ für den VfL Güldenstern Stade

Titelbild: Der 19-jährige Artin Shamolli kam erst vor etwa zwei Monaten nach Stade. Beim Fußball-Landesligisten VfL Güldenstern Stade, hier im Training, blüht der schüchterne Albaner auf. Foto: Struwe

Zwei Monate konnte er nur trainieren und musste gesperrt bei Spielen zuschauen. Nun, am vergangenen Spieltag der Fußball-Landesliga Lüneburg, durfte Artin Shamolli zum ersten Mal für den VfL Güldenstern Stade auflaufen. Er traf sogleich zwei Mal und legte einen Treffer auf.

Artin Shamolli ist dem VfL Güldenstern Stade zugeflogen. „Ein Glücksfall“, sagt Trainer Matthias Quadt. Vor knapp einem Jahr ist der gerade erst 19 Jahre alt gewordene Albaner aus dem Kosovo zu seinem Vater nach München gekommen. Artin Shamolli fühlte sich nicht wohl. Er kehrte zwischendurch zurück in die Heimat. Nun sucht er sein Glück in Stade und er fühlt sich wohl, wie er sagt. Veton (33) und Flamur Haxhija (34), die Inhaber der gut laufenden Pizzabar Valentino, sind mit Artin Shamolli verwandt. „Wir haben seinen Weg verfolgt“, sagt Flamur Haxhija. Sie unterstützen den jungen, noch sehr schüchternen Artin. In Stade hat er nun Familie und „viele Albaner um sich rum“, wie Flamur Haxhija lachend erwähnt.

Eigentlich ein Zehner

Für Flamur und seinen Bruder Veton „ist Stade Heimat“. Sie spielten selbst für den VfL Stade, ihr Vater war Profi im ehemaligen Jugoslawien. „Bei uns spielt Fußball eine sehr große Rolle in der Familie“, sagt Flamur Haxhija. Deshalb rief er auch gleich bei Matthias Quadt an und sagte, dass er einen talentierten, jungen Spieler für ihn habe, nachdem Artin Shamolli angekommen war. „Im Training hat man gleich gesehen, was Artin drauf hat“, sagt Matthias Quadt. Nur: Er durfte nicht spielen, war bis zum 4. November gesperrt, weil er in München kurz für den TSV Milbertshofen gespielt hatte.

Am vergangenen Spieltag war es dann soweit. Artin Shamolli durfte zum ersten Mal das Trikot überstreifen und auflaufen. Beim 4:1-Auswärtssieg gegen Teutonia Uelzen legte er ein Tor auf und traf selbst zwei Mal. Mit seiner Leistung schaffte er es auf Anhieb in die FuPa-„Elf der Woche“. „Sehr glücklich“ sei er, sagt Artin Shamolli. „Das Zusammenspiel mit Pascal Voigt und Rabie Mselmi hat schon toll funktioniert“, sagt Matthias Quadt. Eigentlich sei Artin Shamolli ein typischer Zehner, weil der VfL Güldenstern Stade gerade aber ohne Zehner spiele, müsse der Neue über Außen kommen, sagt der Trainer. „Artin hat eine sehr gute Technik“, sagt Matthias Quadt, „er ist schnell, laufstark und hat ein gutes Auge.“ Damit könne er in der Offensive sowieso alles spielen.

An die deutsche Robustheit muss er sich noch gewöhnen

Artin Shamolli besuchte in seiner Heimat eine Fußballschule namens FC Arsenal. „Da wird viel, fast nur Wert auf Technik gelegt“, sagt Flamur Haxhija und erzählt amüsiert: „Wir sollen erst mal vier Spieler ausdribbeln und dann abspielen – wenn es dann noch geht.“ An das körperbetonte Spiel musste sich der junge Techniker gewöhnen. Haxhija dolmetscht für Artin Shamolli, der allerdings schon besser Deutsch könne, als er aufgrund seiner Schüchternheit zeigen mag.

Der 19-Jährige hat Bleiberecht und macht gerade einen Deutschkurs. Den muss er bestehen, um dann eine Ausbildung bei den Haxhijas machen zu können. „Pizza machen will er aber nicht, er hat zwei linke Hände“, sagt Flamur Haxhija und lacht einmal mehr herzlich. Mit den Füßen ist Artin Shamolli umso talentierter. Wenn der VfL Güldenstern Stade nicht trainiert, trainiert er individuell. Auch einen Essensplan verfolgt er. Pizza gönnt er sich selbst im Valentino höchstens ein Mal pro Woche.

Mit dem plötzlichen Neuzugang hat die junge Mannschaft des VfL Güldenstern Stade einen Trumpf mehr. Mit 20 Punkten ist die Mannschaft im Soll. „Das hätte ich vor der Saison unterschrieben“, sagt Matthias Quadt bezüglich der bisherigen Ausbeute im Kampf um den Klassenerhalt. Die Jungs hätten sich schon gut entwickelt und sind eine Truppe. „Als Team auf dem Platz müssen wir uns aber noch weiterentwickeln und noch mehr zusammenarbeiten“, sagt Matthias Quadt. Am Sonntag empfängt der VfL Güldenstern Stade nun Blau-Weiß Bornreihe. „Eine Wundertüte“, sagt Matthias Quadt, die jeden schlagen kann. Beim VfL ist der Einsatz von Rabie Mselmi wegen Knieproblemen ungewiss. „Umso schöner ist es, dass wir nun auch noch Artin haben“, sagt Matthias Quadt. Artin, den offensiven Alleskönner.

Fußball am Wochenende: Mehr Topspiele

Der TuS Harsefeld empfängt am Sonnabend, 14 Uhr, den Tabellenführer der Landesliga Lüneburg, TB Lüneburg. TB wie der TuS haben erst zwei Niederlagen hinnehmen müssen, trotzdem trennen die beiden Teams sechs Punkte. Die Harsefelder stehen wegen ärgerlicher Remis nicht noch besser da. Mit einem Heimspielerfolg des TuS würde der eh schon enge Titelkampf nochmals an Brisanz gewinnen. Die VSV Hedendorf/Neukloster bekommen es mit dem starken Aufsteiger VfL Lüneburg zu tun (Sbd., 18.30 Uhr). Nach fünf Niederlagen in Folge trennen die VSV nur noch drei Punkte von der Abstiegszone.

Das absolute Spitzenspiel steigt in der Bezirksliga Lüneburg 2. Tabellenführer TSV Elstorf empfängt am Sonntag, 14 Uhr, seinen ärgsten Verfolger, den MTV Borstel-Sangenstedt. Mit einem Sieg könnte die Mannschaft von Hartmut Mattfeldt den Vorsprung auf fünf Punkte ausbauen.

Quelle: Stader Tageblatt / von Jan Bröhan

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