TAGEBLATT-Mini-EM fällt aus

5. Mai 2020 Von Redaktion Fussballabteilung

EINMAL KICKEN IM NATIONALTRIKOT

LANDKREIS. Seit 2006 veranstaltet das TAGEBLATT gemeinsam mit den Sponsoren im Vorfeld von Fußball-Großereignissen die Mini-WM oder-EM für Nachwuchsmannschaften aus der Region. Die für dieses Jahr geplante TAGEBLATT-Mini-EM fällt allerdings wie die UEFA-Europameisterschaft aus.

Nico von der Reith und Luca Dammann bedauern diese Entscheidung. Die beiden Fußballer haben das Turnier als Jugendspieler gewonnen und das Siegtor für ihr Team im Finale erzielt.

Trinidad und Tobago ist Fußball-Weltmeister. Eigentlich erscheint dies äußerst unrealistisch, aber bei der TAGEBLATT-Mini-WM war dies möglich. Nico von der Reith vom Regionalligisten SV Drochtersen/Assel gewann 2006 mit D/A als Trinidad und Tobago die erste TAGEBLATT-Mini-WM. „Ich weiß noch, dass ich im Finale den Siegtreffer gegen Immenbeck erzielt habe“, sagt von der Reith, der damals mit Nachnamen noch Mau hieß. Er bekam den Ball an der Strafraumgrenze und schoss ihn in die obere rechte Ecke. „Ansonsten habe ich an das Spiel wenig Erinnerungen.“

Tolle Atmosphäre

Mehr Erinnerungen hat er hingegen an die Atmosphäre. Eltern haben mit Flaggen und Anfeuerungen für Stimmung gesorgt. Zudem liefen die Mannschaften mit den Nationalhymnen auf. „Wir konnten uns vorstellen, wie es ist, wenn man ein Nationalspieler ist“, sagt er. Das habe ihn und seine Mitspieler, zu denen unter anderem sein heutiger Mitspieler Jannes Elfers, Thilo Gooßen, Lennard von Dollen (beide D/A III) und Johann Rusch (D/A IV) gehörten, gepusht. „Noch heute hängt ein Mannschaftsbild bei uns im Vereinsheim. Das zeigt auch die Wertschätzung des Vereins.“

Vor Beginn des Turnieres mussten sich von der Reith und sein Team jedoch zunächst über Trinidad und Tobago informieren. „Wir hatten keine Ahnung, wo das Land liegt und kannten auch keinen Spieler.“ Der Star des Karibik-Staates war Dwight Yorke, der 1999 mit Manchester United die Champions League gewann. „Wir haben uns dann mehr für das Land interessiert und als Mannschaft auch ein Spiel zusammengeschaut.“ Doch geholfen hat es nichts. Im Gegensatz zur TAGEBLATT-Mini-WM schied Trinidad und Tobago ohne geschossenes Tor bereits in der Vorrunde aus.

„Es war eine aufregende Zeit“

Vier Jahre nach von der Reith folgte Luca Dammann vom Landesligisten VfL Güldenstern Stade. Für den Nachwuchs des damaligen VfL Stade, der das Gastgeberland Südafrika repräsentierte, erzielte er beim 2:0 im Finale beide Tore. An seine Treffer im Endspiel gegen Nigeria, repräsentiert vom FC Wischhafen/Dornbusch, erinnert er sich allerdings nicht mehr. „Es war eine aufregende Zeit“, sagt Luca Dammann, „für uns war es auch ein großer Faktor, dass wir auf den Plätzen spielen durften, auf denen sonst nur die Erwachsenen gespielt haben.“ Die K.o.-Phase nach zuvor zwei Vorrundenspieltagen, fand auf dem Sportplatz Camper Höhe statt.

Dass es sich bei der Anlage vom damals ungeliebten Rivalen TuS Güldenstern Stade handelte, spielte keine Rolle. Die Tatsache, dass Dammanns Team den Gastgeber Südafrika repräsentierte, realisierte der damals 13-Jährige schon eher. „Wir wussten, dass wir ein besonderes Land waren.“ Umso größer war die Freude, dass er gemeinsam mit seinen Mitspielern den „WM-Pokal“ in die Höhe heben durfte. Zur Mannschaft gehörten unter anderem sein heutiger Mitspieler Gian-Luca Bartels, Torwart Micha Feldtmann, der bis zum Sommer ebenfalls zum Landesligateam des VfL Güldenstern gehörte, Marek Hall (SSV Hagen), Tjark Wagner (VfL Horneburg), und Lukas Höft, der inzwischen als Schiedsrichter in der Landesliga aktiv ist. Einziges Mädchen im Team war Friederike Stahl, die jahrelang zum Frauen-Oberligateam von A/O gehörte.

EM wird wegen Coronavirus verschoben

Auch in diesem Jahr kurz vor dem Start der Europameisterschaft, hätten 24 Jugend-Mannschaften aus der Region bei der TAGEBLATT-Mini-EM einen Europameister ermitteln sollen. Da jedoch die EM wegen des Coronavirus um ein Jahr verschoben wird, findet auch das beliebte Jugend-Turnier nicht statt. Ob das Turnier 2021 nachgeholt wird, steht nicht fest. Luca Dammann würde sich für die Jugendspieler der Region freuen. „Das Turnier ist etwas Einmaliges. Als Spieler hat man nur einmal die Chance mitzuspielen“, sagt er. Da es sich im Gegensatz zu einer langen Saison um ein Tagesturnier handelt, könnten nominell schwächere Teams überraschen.

„Die Karten werden neu gemischt und man hat als Team die Chance, wirklich etwas zu holen.“ Auch Nico von der Reith bedauert, dass die TAGEBLATT-Mini-EM in diesem Jahr nicht stattfindet. „Für die Jugendspieler ist es traurig.“ Die Atmosphäre sei für einen Nachwuchskicker einzigartig. „Es war ein Highlight vor 200 bis 300 Zuschauern zu spielen. In diesem Alter hat man davon nicht so viele Möglichkeiten.“

Quelle: Stader Tageblatt