NFV Kreis Stade geht entspannt in Saison

Die Regionalliga und die Oberliga werden in der neuen Fußballsaison in zwei Staffeln eingeteilt. Der Saisonabbruch mit Aufsteigern, aber ohne Absteiger hat die Ligen aufgebläht. So sehen die Staffeln bis hinunter in die Kreisklassen in der nächsten Saison aus.

Die Verantwortlichen des NFV Kreis Stade hatten in den vergangenen Wochen nicht damit zu kämpfen, dass die Kreisliga und die Kreisklassen überfüllt sind und es eventuell Probleme gibt, den Spielplan in der Saison 2020/21 zu strukturieren. Das größte Problem: „In der 3. Kreisklasse gab es zahlreiche Abmeldungen“, sagt Michael Koch vom Spielausschuss, „zum Glück konnten wir das durch fünf Neuanmeldungen kompensieren.“ Allerdings starten diese neu angemeldeten Mannschaften in der 4. Kreisklasse, der untersten im NFV Kreis Stade. Also musste das Loch in der 3. Kreisklasse mit zusätzlichen Aufsteigern, also freiwilligen, gestopft werden. Neben TSV Apensen II und dem SuSV Heinbockel als reguläre Aufsteiger sind dies der FSV Bliedersdorf/Nottensdorf III und die SG Freiburg/Oederquart II.

Hinzu kamen mit der sechsten Mannschaft der SV Drochtersen/Assel und dem FC Wischhafen/Dornbusch II zwei „freiwillige Absteiger“. Damit hat die 3. Kreisklasse wie auch die 2. Kreisklasse zwölf Mannschaften am Start. In der 4. Kreisklasse starten 13 Mannschaften. Hier haben sich SV Ahlerstedt/Ottendorf V, TSV Großenwörden III, TuS Harsefeld III, VfL Güldenstern Stade III und TSV Wiepenkathen III neu angemeldet.

Diese Mannschaften haben sich abgemeldet

Dem gegenüber stehen fünf Mannschaften, die sich abgemeldet haben zur neuen Saison: Deinster SV III, SV Drochtersen/Assel VII, SG Lühe III, Post SV Stade sowie der MTV Wangersen. Die zweite Mannschaft des MTV Wangersen ist nun die erste und spielt weiterhin in der 4. Kreisklasse.

Aus dem Bezirk ist keine Mannschaft abgestiegen aufgrund der Quotientenregelung nach dem coronabedingten Saisonabbruch. Mit den beiden Erstplatzierten aus der Kreisliga, dem TuS Eiche Bargstedt und den VSV Hedendorf/Neukloster II, sind aber zwei Mannschaften aus dem Kreis in den Bezirk hochgegangen.

Die neue Saison kann also – sofern das Coronavirus mitspielt – unproblematisch durchgeführt werden. Und: „Wir werden nach der nächsten Saison sicherlich mehr Absteiger als zuletzt aus dem Bezirk haben“, sagt Koch, „das werden wir dann aber auffangen können, ohne zusätzliche Absteiger als gewöhnlich in der Ausschreibung zu haben.“

Köpfe rauchen auf der Verbandsebene

Auf Verbandsebene rauchen die Köpfe bei den NFV-Verantwortlichen mehr. Gerade wurde entschieden, die Oberliga Niedersachsen – wie die Regionalliga Nord – in zwei Staffeln einzuteilen. „Anders wäre der Spielplan nicht durchzuführen“, sagt Jürgen Stebani, Spielausschuss-Vorsitzender. Die Oberligisten aus den Bezirken Lüneburg und Weser/Ems spielen in einer Staffel sowie die Mannschaften aus den Bezirken Braunschweig und Hannover.

Die Regionalliga Nord muss mit fünf zusätzlichen Aufsteigern aus den Oberligen Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Bremen arbeiten. Dem gegenüber steht nur Drittliga-Aufsteiger VfB Lübeck. So müssten 22 Mannschaften jeweils 42 Saisonspiele bestreiten. Weil das nur schwer machbar ist, plädierte die Mehrheit der Vereine und der Norddeutsche Fußball-Verband auf die Lösung mit den zwei Staffeln, in denen Hin- und Rückrunde gespielt werden und anschließend folgt eine einfache Meister- und Abstiegsrunde. Einen ähnlichen Ansatz wird es auch in der Oberliga Niedersachsen geben.

Hoffen auf verbindliche Lösung

Was die Landesliga Lüneburg und die Bezirksliga Lüneburg 4 betrifft, da hofft Stebani auf „eine verbindliche Lösung Ende Juli“. Wobei die Landesliga Lüneburg gar kein Problem darstellt, was einen strukturierten, durchführbaren Spielplan betrifft. Aus der 16 Mannschaften starken Liga hat sich Quotienten-Aufsteiger Rotenburger SV in die Oberliga Niedersachsen verabschiedet. Hinzu kommen zwei freiwillige Absteiger mit dem nicht konkurrenzfähigen SV Emmendorf (holte nur sechs Punkte) und dem im Umbruch befindlichen SV Eintracht Lüneburg. Damit startet die Landesliga mit nur einer Mannschaft mehr in die neue Saison. Die vier Aufsteiger aus den vier Lüneburger Bezirksligen – ASC Cranz-Estebrügge, TSV Elstorf, TSV Etelsen, VfL Breese-Langendorf – stocken die Liga auf 17 Teams auf. Die Frage, die sich nun vornehmlich stellt, ist: Wie viele Absteiger wird es geben? Theoretisch wäre es in der Landesliga möglich, sofort wieder auf die richtige Ligagröße zu kommen, ohne den Abstiegskampf stark zu dramatisieren.

Angedacht ist auf Verbandsebene aber, die Ligagrößen sachte über zwei Saisons zu regulieren. Dies ist in der Bezirksliga Lüneburg 4 auf jeden Fall notwendig. Hier hat nur Landesliga-Aufsteiger ASC Cranz-Estebrügge die 16 Mannschaften starke Liga verlassen, aus den Kreisligen Stade und Cuxhaven kamen die jeweils zwei Erstplatzierten hoch. Damit ist die Bezirksliga nun 19 Mannschaften stark. Hier wird sich bis Ende Juli auch die Frage stellen, ob eventuell eine Staffeleinteilung sinnvoll ist. Andere Bezirke haben diesen Entschluss schon gefasst.

Der Abstiegskampf in der Bezirksliga wird in jedem Fall ganz andere Dimensionen annehmen als gewohnt. Bastian Augustin, Trainer des VfL Horneburg, sagte erst kürzlich, dass er eine Quotientenregelung ohne Absteiger „unglücklich“ findet und dass sich einige Mannschaften keinen Gefallen tun. Der Abstiegskampf wird in der kommenden Saison in den Ligen eine vorherrschende Rolle einnehmen und bis in die Kreisliga runterreichen. Im NFV Kreis Stade wird dies die Ligagrößen eher korrigieren.

Die voraussichtlichen Ligaeinteilungen

Nach dem coronabedingten Saisonabbruch gibt es in der Saison 2020/21 nur Aufsteiger (A).
Auf Kreisebene haben sich fünf Mannschaften neu angemeldet, aber auch fünf abgemeldet.

Quelle: Stader Tageblatt

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