Turnier-Spektakel mit langfristigem Konzept

Im nächsten Jahr sollen drei bis fünf Bundesligisten beim U 17-Hallenturnier des VfL Güldenstern Stade teilnehmen. Fotos: Struwe


STADE. Der große Aufwand der Verantwortlichen des VfL Güldenstern Stade kann nicht belohnt werden. Das Hallenfußball-Spektakel, das vom 8. bis 10. Januar in dieser Form erstmals geplant war, kann wegen des Corona-Lockdowns nicht stattfinden.

Ein Jahr lang „knallharte Arbeit“, sagt Torben Milbredt, liege hinter den Verantwortlichen für die Realisierung des einmaligen Hallenfußball-Events in der Region. Der Aufwand für so ein Turnier sei eh sehr groß, so der Abteilungsleiter des VfL Güldenstern Stade, die Corona-Pandemie seit Anfang des vergangenen Jahres habe die Planungen dann nochmals erschwert. Es mussten Hygienekonzepte und sonstige Vorkehrungen erstellt und geplant werden. Das erstmals geplante Turnierwochenende mit drei attraktiven Veranstaltungen sollte trotz aller Schwierigkeiten ein Erfolg werden. „Als dann aber die Inzidenzwerte während des zweiten Lockdowns stiegen, war schnell klar, dass das nichts wird“, sagt Torben Milbredt. Die Enttäuschung ist groß. Positiv stimmt, dass – auch mit den Sponsoren – perspektivisch geplant und organisiert wurde. So richtet sich der Blick beim VfL Güldenstern Stade schon auf das kommende Jahr 2022.

Schon kurz nach dem 13. Intersport-Mohr-Cup für U 17-Fußballer im vergangenen Jahr wurden Konzepte ausgearbeitet. Das hochklassige Nachwuchsturnier sollte noch attraktiver werden, noch professioneller. Zudem sollte ein Hallenfußball-Event, in seiner Form einmalig im Landkreis, entstehen. Die Landesliga-Frauen wie -Männer des VfL Güldenstern Stade sollten mit eigenen, gut besetzten Turnieren auch dabei sein. Also organisierten die Stader den Ladies Cup für den Freitag und den Sparkassen Stade-Altes Land Cup für die Landesliga-Fußballer. Die Sparkasse stieg sogleich für drei Jahre als Sponsor ein. „Damit sorgt die Sparkasse für Nachhaltigkeit“, sagt Milbredt. Die Sparkasse habe das Projekt „äußerst positiv“ begleitet und die 52 Meter lange Werbebande gefördert.

Konzept mit Perspektive

Milbredt sieht das kostenintensive Turnierkonzept auch wegen des Sponsoren-Pools „langfristig vernünftig“ aufgestellt. Der traditionelle U 17 Intersport-Mohr-Cup sollte am Sonntag mit der 14. Auflage den abschließenden Höhepunkt darstellen.

Hier kommt ein Teil des immensen Aufwands ins Spiel. Um ein bestmögliches Teilnehmerfeld für das U 17-Turnier zusammen zu bekommen, wollten die VfL-Verantwortlichen professionelle Rahmenbedingungen schaffen. Die im vergangenen Jahr gemietete Rundum-Bande, wo sich alle Sponsoren aus dem Pool wiederfinden, wurde nun gekauft. Die Bande sei sehr gut angekommen im letzten Jahr, so Milbredt. Zudem schaffte der VfL Güldenstern Stade einen auslegbaren Kunstrasen an. Dafür fuhr Milbredt extra nach Bayern für die Abnahme des seit zwei Jahren gebrauchten Stücks. Die Niedersächsische Lotto-Sport-Stiftung konnte zusätzlich gewonnen werden für die Finanzierung des Kunstrasens.

Das gesamte Material, das in der Halle Hohenwedel aufgebaut worden wäre, hätte eine Gesamtlast von etwa sieben Tonnen. Allein eine Rolle des Kunstrasens, 4 Meter breit und 22 Meter lang, wiegt 300 Kilogramm. Das Spielfeld ist 20 Meter breit und 40 Meter lang. Für Auf- und Abbau mit unzähligen Ehrenamtlichen und vielen unterstützenden Fachfirmen war die Halle vom 6. bis 11. Januar blockiert.

So sieht das Spielfeld in Zukunft aus – mit Rundum-Bande und Kunstrasen.

Bedingungen überzeugen die eingeladenen Mannschaften

Durch das Konzept und den Aufwand konnte der VfL Güldenstern Stade seiner sportlichen Zielsetzung schon sehr nahe kommen. Mit dem Hamburger SV, FC St. Pauli und Holstein Kiel sagten drei Bundesligisten für den U 17 Intersport-Mohr-Cup zu. Im vergangenen Jahr kam nur Holstein Kiel, da noch als Regionalligist. Die Zusage des HSV freute besonders Jürgen Steeneck von Sponsor Intersport Mohr. „Wer ist kein HSV-Fan“, fragt er rhetorisch. „Da haben wir endlich Profibedingungen geschaffen – und dann kommt Corona dazwischen“, sagt Steeneck, „wir sind schon ein bisschen traurig.“ Aber auch er schaut schon optimistisch aufs nächste Jahr: „Wir sind noch an ein, zwei weiteren Hochkarätern dran.“

Den Kontakt zum HSV stellte Matthias Geier von NDB her. Die Firma unterstützt das Nachwuchsleistungszentrum des Bundesligisten und ist Ärmelsponsor. NDB und HSV haben gegenüber dem VfL Güldenstern Stade fürs nächste Turnier schon ihre Bereitschaft bekundet. „Wir hoffen, dass wir dann im nächsten Jahr mit einem unserer Nachwuchsteams dabei sein können“, sagte U 17-Trainer Bastian Reinhardt. Geier wünsche sich, dass ein solches Turnier dann vor Zuschauern im angemessenen Rahmen stattfindet.

Zudem wären die Regionalligisten Eimsbütteler TV, JFV Bremerhaven, VfB Lübeck und der Nachbar JFV A/O/B/H/H zum U 17-Turnier gekommen. VfL-Trainer Thomas Brokelmann und seine Niedersachsenliga-Mannschaft hätten sich auf die Herausforderungen gefreut.

SV Drochtersen/Assel und weitere bekannte Teams hatten schon zugesagt

Der erste Sparkassen Stade-Altes Land Cup hätte mit seiner Besetzung sicherlich zahlreiche Zuschauer in die Halle gelockt. Neben der SV Drochtersen/Assel sagten die Oberligisten Heeslinger SC und FC Hagen/Uthlede zu, ebenso die Landesligisten SV Ahlerstedt/Ottendorf, TuS Harsefeld und der ASC Cranz-Estebrügge. Ein Hamburger Oberligist war noch im Gespräch. „Alle waren von der Sache her, mit dem Kunstrasen und der Rundum-Bande, sehr angetan“, sagt Dirk Dammann, Teammanager des Stader Landesligisten und Turnier-Mitorganisator, für die Zusagen brauchte es keine großen Überredungskünste.

Beim Ladies Cup wäre der Hamburger SV mit seiner Regionalliga-Mannschaft dabei gewesen, zudem die Oberligisten Eimsbüttler TV, Viktoria Hamburg und der MTV Barum sowie die Landesligisten Heeslinger SC und Hallescher FC. Die Regionalliga-Mannschaft des FC St. Pauli hatte vor der endgültigen Absage noch nicht zugesagt. Auch hier überzeugten die professionellen Bedingungen.

Nun müssen sich die Verantwortlichen des VfL Güldenstern Stade damit trösten, dass die Organisation fürs nächste Jahr aufgrund der Anschaffungen und Erfahrungen weniger kräftezehrend wird – und das Turnier-Spektakel in dem Rahmen stattfinden kann, den es verdient.

Quelle: Stader Tageblatt / von Jan Bröhan

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