Ein Interview mit dem Stader Architekten Hinck zum Bau der neuen Flutlichtanlage

2. September 2021 Von Redaktion Fussballabteilung

Liebe Sportsfreunde, liebe Mitglieder,

in den letzten Wochen hat das Leben wieder langsame Schritte in Richtung Normalität gemacht – so auch der Sport, der gesellschaftlich eine sehr wichtige Rolle spielt.

Zur Förderung des Sports konnte bereits Anfang Oktober 2020 eine tolle Erweiterung der Sport-anlage in Ottenbeck vollzogen werden. Der bisher unbeleuchtete Platz erhielt in Zusammenarbeit mit dem Architekten Michael Hinck aus Stade eine moderne LED-Flutlichtanlage, die nicht nur den Fußballern, sondern auch den Leichtathleten und vielen weiteren Sportlern einen großen Mehrwert bietet.

Der ca. 170.000 € Flutlichtanlagen-Bau konnte innerhalb einer Woche durch eine international tätige Firma mit vier Mitarbeitern plus Maschinen abgeschlossen werden. Die erstklassige Unterstützung durch den Architekten Michael Hinck und seinem Team führte zu einer sehr zeitnahen Umsetzung des Projekts.

Als kleines Dankeschön übergab Jannik Holthusen, Kapitän der Ligamannschaft vom VfL Güldenstern Stade, ein Leinwandbild von unserem hellbeleuchteten Leichtathletikstadion. Die herrliche Panoramaaufnahme hat unser Vereinsfotograf Jörg Struwe als Erinnerung für das gelungene Bauvorhaben entwickelt. Wir sind uns sicher, dass Herr Hinck einen schönen Platz in seinem Büro dafür finden und dieses Kunstwerk allen Sportfans in seinem Hause liebevoll präsentieren wird. Zusätzlich nahm er sich für ein kurzes Interview Zeit. Dabei weihte er uns in die Herausforderungen eines solchen Baus ein und erläuterte wie einfach der Kontakt zum VfL Güldenstern Stade zu Stande kam.

1) Welche Herausforderungen mussten Sie bei der Planung / beim Bau der Flutlichtanlage meistern?

Aufgrund des feuchten Moorbodens wurden für die Erstellung der Flutlichtmasten Spezialfundamente aus einer Stahlkonstruktion gewählt. Das Fundament ist ca. 500 kg schwer und teilweise noch auf Brunnenringen drei bis vier Meter tief eingebaut. Beim Aushub wurde zwar die eine oder andere Leitung getroffen, Verlegungen und Beschädigungen konnten jedoch alle wieder – innerhalb des Zeitplans – mit örtlichen Firmen erledigt werden.

2) Wie konnten Sie die taghelle gleichmäßige Ausleuchtung herstellen ohne ein Blenden der Sportler zu produzieren? Inwieweit spielt hier auch die Nutzung der LED-Technik eine Rolle?

Allein durch die LED Technik, die sich auf sehr viele einzelne Lichtpunkte mit entsprechenden Lichtspektrum aufteilt, konnte eine so taghelle Ausleuchtung geschaffen werden. Trotz der Helligkeit ist auf die Wohnbebauung und auf den örtlich ansässigen Luftsportverein in Agathenburg Rücksicht genommen worden. Es mussten mögliche Blendeffekte ausgeschlossen wer-den. Dafür wurde sogar ein eigenes Lichtgutachten mit fünf unterschiedlichen Flutlichteinstellungen und Szenarien erstellt.

3) Wie haben Sie die Licht und Klimafreundlichkeit geschaffen?

Die Tatsache, dass die Anlage bis zu 90% der Betriebszeit mit gedimmter Lichtkraft betrieben wird, fördert die Licht- und Klimafreundlichkeit erheblich. Die Vorgaben des Lichtgutachtens sehen zusätzlich vor, dass die Temperatur an den LED-Leuchtkörpern weniger als 50 Grad Celsius beträgt. Dadurch werden die Flugtiere nicht gefährdet bzw. von den Lichtquellen angezogen.

4) Was für Kosten können durch die Nutzung der LED-Technik im Vergleich zu einer „klassischen“ Flutlichtanlage eingespart werden?

Die LED-Technik bietet nicht nur viel mehr Leistung als eine „klassische“ Halogen-Flutlichtanlage, sondern spart auch bis zu 50-60% an Energiekosten ein. Die Instandhaltungskosten für die LED-Technik sind zudem bis zu 2/3 weniger, da die Anlagen sehr wartungsarm sind.

5) Wie kam der Kontakt / Auftrag zum VfL Güldenstern Stade zustande bzw. was verbindet Sie mit dem Verein?

Da ich selbst leidenschaftlicher Freizeitfußballer im VfL Güldenstern Stade bin und regelmäßig abends in Ottenbeck auf den Sportplätzen stehe, waren mir die Lichtverhältnisse von Platz 4 bei zunehmender Dämmerung aus eigener Erfahrung hinreichend bekannt.

Mein Vater, Werner Hinck, hat ebenfalls jahrelang beim VfL Stade Fußball gespielt. Auch nach seiner aktiven Laufbahn blieb er als begeisterter Fan dem Stader Jugendfußball eng verbunden. Auf einer Sponsorenveranstaltung schloss er sich dem Sponsorenkreis „Club 100“ an.

Über eine „Club 100“ – Veranstaltung kamen Werner und Torben Milbredt (Fußballabteilungsleiter) erstmals im Herbst 2018 ins Gespräch. Schließlich konkretisierten wir mit dem Fußballabteilungsvorstand die Baupläne in unserem Architekturbüro. Nachdem die Entscheidung für den Bau der Flutlichtanlage vom VfL-Präsidium gefallen war, wurde die Projektabwicklung gemeinsam mit der VfL Geschäftsstelle umgesetzt. Vor allem der Präsident, Carsten Brokelmann, und Herr Rabe sowie der Hausmeister standen uns mit Rat und Tat in allen Belangen vorbildlich zur Seite. Dadurch konnte das Projekt unglaublich zügig abgewickelt werden und eine wirklich sinnvolle Nutzungserweiterung für den Verein geschaffen werden.

Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals bei Herrn Hinck und dem gesamten Team des Architekturbüros für die Abwicklung und für den sehr kurzweiligen Besuch. (ln)


Zusätzliche Eindrücke für den Artikel: