VfL Güldenstern Stade verliert Altherren-Meistertitel – Aufregung um Nicht-Antritt

14. Juni 2022 Von Redaktion Fussballabteilung

„Das ist die größte Katastrophe in meiner Amtszeit“, sagt selbst der Spielausschuss-Leiter: Die bereits als Meister geehrte Ü32-Mannschaft des VfL Güldenstern Stade verliert ihren Titel am Grünen Tisch.

Der VfL Güldenstern Stade wurde vor rund zwei Wochen als Meister der Ü32-Kreisliga ausgezeichnet, weil er uneinholbar an der Spitze stand. Am Wochenende jedoch kam die Ernüchterung. Der Spielausschuss des NFV-Kreises Stade teilte der Mannschaft mit, dass die Meisterschaft futsch ist. „Das ist die größte Katastrophe in meiner Amtszeit“, sagt selbst Michael Koch, der Vorsitzende des Spielausschusses, dem TAGEBLATT.

Was war passiert? Der TuSV Bützfleth trat am letzten Spieltag nicht mehr an – zum dritten Mal in der Rückrunde. Und damit nahm der NFV-Kreis alle Spiele mit Bützflether Beteiligung aus der Wertung. „Eine Kann-Entscheidung“, so Koch. Die Regel, dass drei Nicht-Antritte binnen einer Halbserie mit dem Ausschluss bestraft werden, sei angewendet worden, weil sie in der laufenden Saison bereits bei der AHSG Niederelbe angewendet worden war. Koch: „Wir müssen doch eine Linie fahren.“

VfL Güldenstern Stade verliert Meisterschaft und Startplatz in Bezirksrunde

Besonders bitter: Die Stader verloren durch Bützfleths Ausschluss sechs Punkte, Verfolger FC Oste/Oldendorf nur drei und erklomm damit die Tabellenspitze. „Dass diese Konstellation eintritt, damit hatte niemand gerechnet“, sagt Koch. „Aber ich will mich nicht rausreden.“

Außerdem nimmt O/O den bisherigen Startplatz Stades in der Bezirksmeisterschaft ein und tritt schon an diesem Dienstag im Viertelfinale in Winsen an.

VfL-Trainer Mario Radtke bekam die Nachricht am Sonnabend am Telefon, als er mit seiner Mannschaft bei der inoffiziellen Deutschen Altherren-Meisterschaft in Bremen spielte. „Das ist sehr ärgerlich, aber nicht weil diese Regel angewendet wurde.“ Was ihn stört: dass der Staffelleiter die Stader bereits als Meister geehrt und die jetzt eingetretene Konstellation nicht berücksichtigt hat. „Das hätte man im Hinterkopf haben müssen“, sagt Radtke.

Güldensterns Altherren scheitern bei der DM-Endrunde an Hertha BSC

Bei der inoffiziellen Deutschen Altherren-Meisterschaft gehörte sein Team zu den 64 besten Mannschaften in Deutschland. „Ich kann nichts Negatives sagen. Jeder hat sich reingekniet“, sagt der VfL-Coach. „Die Mannschaft hat mich wieder begeistert.“ Vor kurzem erst belegten die Stader den zweiten Platz bei der Niedersachsenmeisterschaft.

In Bremen schied der VfL im Achtelfinale aus. Bei der 1:4-Niederlage gegen Hertha BSC um die Berliner Ex-Profis Sami Allagui, Malik Fathi, Karim Benyamina und Michael Delura habe sich ein Klassenunterschied bemerkbar gemacht, sagt Radtke. „Das sind ehemalige Bundesliga-Spieler, Mitte 30 – die waren einen Tick besser.“ Stades Walerij Hettich sorgte mit einem Traumtor für das zwischenzeitliche 1:2. Ein Spiel dauerte 25 Minuten.

In der Vorrunde spielte der VfL Güldenstern gegen den TSV Krefeld-Bockum (0:0), TuS Germania Schnelsen (2:0) und FC Internationale Berlin (1:0) um Ex-Profi Sejad Salihovic und zog als Gruppenerster in die K.o.-Runde ein. Im Sechzehntelfinale setzte sich Stade mit 2:0 gegen den VfL Weiße Elf Nordhorn durch. „Das war ein Mega-Event, eine coole Stimmung“, sagt Radtke. Wäre da nicht dieser eine Anruf gekommen.

Quelle: Stader Tageblatt